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Angedacht – Was machen Träume, wenn wir wach sind?


28. Juli 2026

Vermisst die Sonne den Mond?
Wie lange brauchen Berge bis sie Sand sind?
Wie viel wiegt Feuer?
Wie kommt das „Betreten verboten!“ Schild auf den Rasen, wenn man ihn doch nicht betreten darf?


Es gibt Fragen über die kann man lange nachdenken. Ich habe mich letztens gefragt: Was ist eigentlich das Leben?


Die einfachste Antwort wäre: Leben, das sind alle biologischen Prozesse in meinem Körper. Wenn mir das Essen ausgeht, wenn ich nichts mehr zu trinken habe, keine Luft mehr kriege. Dann ist das Leben im wahrsten Sinne schnell ausgehaucht. Das Leben verlässt meinen Körper und übrig bleibt die Hülle. Übrig bleibt eine Maschine, deren Einzelteile vielleicht noch verwertet werden können aber die man nie wieder auftanken kann.


Sagt man aber: „Mein Leben liegt in Scherben“. Oder „Du hast dein Leben verspielt.“ sieht es anders aus. So gesehen, kann man quicklebendig sein – aus biologischer Sicht – aber das Leben verpasst man. Dann ist das Leben mehr als mein Herzschlag, mehr als das warme Blut in meinen Adern, mehr als die Summe der Organe, die den Laden am Laufen halten.
Jesus sagt im Monatsspruch für August: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben in Fülle haben.“ Joh 10,10. Jesus war kein Arzt und verspricht doch Leben. Aus biblischer Sicht ist das Leben mehr als die biologischen Prozesse in unserem Körper. Leben als biologisches am Leben sein, ist nur eine Dimension des Lebens. Eine Linie. Lebendig wird das Leben erst durch ein 7:1 gegen Curaçao, die Diagnose eines Arztes, einen Brief von der Polizei, den Hornochsen, der mir die Vorfahrt genommen hat. In schönen wie schlechten Situationen nimmt das Leben fahrt auf. Da schlägt das Herz nicht, da tanzt es. Da wird aus der Linie eine Berg- und Talfahrt. Da kommen die verschiedenen Dimensionen dazu, die das Leben lebenswert machen.


Jesus verspricht nun das Leben in Fülle. Ich glaube das bedeutet sich fallen zu lassen im Vertrauen, dass schon alles gut werden wird, weil er bereit steht, um uns aufzufangen. Das heißt aber auch loslassen, Kontrolle aufgeben. Das ist ziemlich schwer aber dann erwartet uns, laut Jesus, Leben in Fülle.


Und dann sind wir wieder bei einer schwierigen Frage: „Will ich das? Halte ich so viel Leben aus?“ Das wiederum ist eine Frage, die jeder für sich selber beantworten muss. Leben ist nichts für Feiglinge.

Herzlich grüßt
Pfarrer Marcus Koetzing
(Angedacht im August&September-Boten 2026)